Testo: Monat 3

Der dritte Monat auf Testo ist rum. Haare, Haare und noch mehr Haare. 

Physisches

  • Haare

Die allgemeine Körperbehaarung sprießt weiter: Ab der Hüfte abwärts ist jetzt quasi  alles mit Härchen besetzt und sie werden werden peu à peu dicker, dunkler und länger. Außerdem sind mittlerweile auch Hintern und der untere Rücken befallen, ich hoffe dass es in diesen Regionen nicht ausartet. Bisweilen nervt es mich auch ein bisschen, weil die neuen Haare immer wieder jucken und ich manchmal nicht still sitzen kann (ich kann mich ja nicht immer am Hintern kratzen!). Am Bauch wird die Behaarung auch dichter. Was mich ein bisschen wundert sind meine Arme, dort wird’s zwar auch länger und dicker, und es haben sich ein paar neue Haare dazugesellt, aber einen merklichen Unterschied sieht nach wie vor niemand außer mir. Und auf den Fingergliedern sind ein paar Härchen aufgetaucht – die werden langfristig hoffentlich dafür sorgen, dass ich mich besser mit meinen Händen anfreunden kann.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich ein paar Haare auf dem Kopf verloren habe, sodass es in Richtung Geheimratsecken geht. Das finde ich ziemlich gut, weil damit das Gesicht weniger rundlich und auch etwas älter bzw. meinem Alter angemessen wirkt. Das Highlight des Monats ist in meinem Gesicht erschienen: Barthaare! Unter meinem Kinn bis zum Kehlkopf sind ein paar schwarze Stoppelchen aufgetaucht, deren Struktur noch weit entfernt von tatsächlichen Bartstoppeln ist. Und sie sind mir nicht mal aufgefallen bis ich darauf hingewiesen wurde – ist ja auch ein toter Winkel vorm Spiegel. Außerdem steht ein bisschen zur Debatte, ob auch an den Koteletten neue Haare dazugekommen sind. Wie berichtet, rasiere ich ja eh das ganze Gesicht, um nicht wie ein ungepflegter 14-Jähriger mit Flaum zu wirken. Deshalb ist es aber auch schwer abzuschätzen, ob die Haare an den Koteletten neu sind oder einfach nur so wirken, weil das, was nach dem Rasieren wächst, eben erstmal piekst und absteht statt sich weich auf die Haut zu legen. Jedenfalls ist das Bart-Geschehen total spannend, weil ich mir sicher bin, dass mein Passing mit einem sichtbaren Bart-Ansatz einen Sprung machen wird.

  •  Haut

Nachdem die Unreinheiten sich im zweiten Monat zunächst etwas gelegt bzw. nicht verschlechtert hatten, habe ich seit zwei Wochen wieder einen kleinen aber blöden Pickelschub.

  • Kurven und Kanten

Hier kann ich eigentlich das Statement aus dem zweiten Monat hineinzitieren, weil sich all diese Dinge weiterentwickelt haben:

Die Muskeln arbeiten weiter wie von alleine und mein ganzer Körper kommt mir konturierter und weniger rund vor. Besonders an Armen und Händen fällt es mir auf, vielleicht auch, weil ich sie am meisten sehe. Auch die Schulter- und Nackenpartie ist breiter geworden, und der Kehlkopf ist etwas prominenter. Und mein Gesicht ist definitiv kantiger! Dazu habe ich den Eindruck, dass die Fettverteilung langsam eingesetzt hat, also von Oberschenkeln, Hüften und Brüsten auf den Bauch.

Dem kann ich quasi nur noch hinzufügen, dass es jetzt im dritten Monat auch vermehrt meinem Umfeld auffällt, wie Muskeln und Körperfettverteilung arbeiten. Ich fühle mich ein bisschen drahtiger. Das beste Beispiel ist ein Hosenkauf: Ich habe mir vor 10 Tagen eine Hose zugelegt, deren Modell ich kurz vorm Testostart in zwei Nummern größer gekauft hatte. Dabei habe ich wirklich nicht mehr als 2-3 kg abgenommen. Also ist eine ganze Menge Körperfett meiner Hosenkauf-Problemzone Oberschenkel/Hüfte abgewandert und/oder in Muskelmasse weggeschmolzen. Das ist also der Oberhammer!

  • Stimme

Meine Stimme unternimmt seit Woche 10 Ausflüge. Beim Lachen überschlägt sie sich und ich quietsche wie ein gepikstes Meerschweinchen, außerdem kann ich nicht laut rufen. Ich habe nicht den Eindruck, dass sie im dritten Monat tiefer geworden ist, aber trotz allen Ausflügen doch etwas gefestigter. Ich wünsche mir, dass es noch weiter runtergeht, und bin etwas besorgt, dass es „das jetzt schon gewesen sein könnte“, was aber nach drei Monaten eigentlich totaler Quatsch ist.

  • Intimbereich

Es gibt keine Menstruation zu vermerken, wie schön! Ich werde bei jedem kleinen Ziepen im Unterleib kurz paranoid; aber bisher grundlos und dabei bleibt es hoffentlich auch.

Psychisches

  • Stimmung

Die Stimmungsschwankungen haben sich zum Glück etwas beruhigt, insgesamt war der dritte Monat um einiges ruhiger als die ersten zwei. Ich habe den Eindruck, dass ich wieder etwas besser steuern kann, wie ich drauf bin. Dabei bin ich zwar immer noch weit entfernt vom Optimalzustand, aber die Tendenz ist positiv.

  • Energie und Schlaf

Auch diesen Monat gab’s wieder Schlafprobleme, gleichzeitig aber auch mehr Energie, denn ich konnte den Schlafmangel besser wegstecken. In der zwölften Woche habe ich sechs Nächte hintereinander zu wenig und sehr schlecht geschlafen, gleichzeitig aber tagsüber keinen Schlaf nachholen können – und diese Tage trotz allgemeinem Gerädertfühlen ganz gut überstanden.

Fazit

Im dritten Monat konnte ich besser Schritt halten mit allen Veränderungen, auch weil sich bis auf die Bart-Geschichte keine weltbewegenden Neuheiten dazugesellt haben. Auch wenn es allgemein etwas ruhiger und weniger turbulent war, bleibt es anstrengend. Ich bin nach wie vor wahnsinnig viel mit mir selbst beschäftigt und komme auch nur schleppend in die Gänge, wenn es darum geht, mich wieder mehr dem Alltagsgeschehen zuzuwenden. Gott sei Dank sind ja noch Semesterferien. Es fällt mir schwer, anzuerkennen, dass eigentlich alles besser ist als in den ersten zwei Monaten. Aber Entwicklung braucht nach wie vor einfach Zeit.

3 Kommentare zu „Testo: Monat 3“

  1. Hallo Julius,
    danke für deinen Blog. Super cool, wie du so regelmäßig geschafft hast dich zu dokumentieren (im Video und auch im Text). Ich bin seehr unregelmäßig damit… 😉

    Magst du evtl. verraten, wie viel Testogel du am Anfang genommen hast?
    Die Geschwindigkeit der Veränderungen in den ersten Monaten lassen mich ziemlich neidisch werden (obwohl ich ja auch recht bewusst entschieden habe, vor 8 Monaten mit 25mg anzufangen und inzwischen bei 30g (nicht mehr Testogel, sondern Axiron) zu sein…
    Ich hab jetzt noch nicht mal ernstzunehmende Stimmveränderungen. Meine Körperhaare sind ganz cool, aber Bart lässt auf sich warten.
    (Aber psychisch ist es grad so anstrengend mit der Pubertät, dass ich mich nicht traue, höher zu dosieren…)

    liebe Grüße,

    Joris

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    1. Hi Joris,

      ich habe mit 50mg TestoGel angefangen und bin kurz nach dem Dreimonatigen auf Nebido umgestiegen.

      Mit dem Wechsel zu Axiron hast du ja offensichtlich gerade die erste Dosisänderung mit deinem/deiner Endo hinter dir. Ich denke, dass es völlig in Ordnung ist, wenn du feststellst, dass du nach dem niedrig dosierten Einstieg jetzt höher gehen möchtest. Was die Sorge vor Nebenwirkungen bei einer krasseren Erhöhung betrifft – das kann ich verstehen. Ich hatte vor dem Umstieg auf Nebido ordentlich Respekt, auch weil ich von einigen zuvor gehört hatte, wie heftig sie so eine Präparats- und Dosisänderung mitgenommen hat. Das Verrückte war aber, dass ich quasi keinen Unterschied bemerkt habe.

      Hast du schonmal überlegt, diese Sorge umzudrehen – im Sinne von „ich pubertiere eh schon vor mich hin, also probier ich’s mal“? Ich habe bei dem Testo-Thema den Eindruck, probieren geht über studieren. Wenn du weißt, dass es aktuell schwer fällt, dann schau dir an was du ändern kannst. Wenn du beispielsweise auf 50mg TestoGel hochgehst, kannst du ja durchaus nach vier Wochen oder so wieder drosseln, wenn’s zu viel wird. Vielleicht kannst du da nochmal Rücksprache mit deinem/deiner Endo halten?

      Das Gute ist ja: Auch wenn du bei einer niedrigen Dosierung bleibst, wirkt es. Auch wenn es vielleicht etwas länger dauert, bis Stimmbruch etc. losgehen – es wird losgehen! 🙂

      Alles Gute
      Julius

      Gefällt 1 Person

      1. Hi,
        danke für die flotte Antwort 🙂
        50mg, hab ich mir gedacht!
        Ich hab das für ein paar Tage ausprobiert, 50mg zu nehmen, hatte in den Tagen aber höllisch viel und stark passiv-aggressive oder nur aggressive Momente, mit denen ich nicht gut umgehen konnte. Und hab mich seitdem nicht getraut es noch mal zu versuchen, weil das Argument “wenn ich eh pubertiere, dann richtig“ bei mir eben nicht so gut funktioniert hat…

        Und eigentlich ists auch ganz gut, dass es langsam geht, ich möchte ja gar nicht unbedingt so richtig bärig werden. Wär nur schön, zu wissen, dass es irgendwann eben doch noch zu den Veränderungen vorangeht, die ich noch gern hätte.

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