Begutachtungen zur Namensänderung

Beide Gutachten zur Namensänderung sind in Arbeit, diese Woche habe ich den zweiten Gutachter getroffen. 

Nach der Anhörung zur VÄ/PÄ Anfang September wurden die beiden Gutachter durch das Gericht beauftragt. Der erste Gutachter ist ja mein Psychiater, mit ihm musste ich also keinen extra Termin mehr vereinbaren. Er schreibt auf Grundlage der bisherigen Termine und orientiert sich am trans*bezogenen Lebenslauf. Deshalb berichte ich etwas ausführlicher von meinem zweiten Gutachter. Mit ihm konnte ich sehr kurzfristig einen Termin vereinbaren und die Versendung des Gutachtens hat er bereits für nächste Woche angekündigt. Verglichen damit, dass die VÄ/PÄ sich bei anderen Trans*Menschen zäh über Monate hinziehen kann, bin ich also ziemlich flott unterwegs.

Ablauf der Begutachtung

Wie erwartet durfte ich mehrere Tests am Computer ausfüllen. Genauer gesagt mit  über 700 Fragen, die von „Haben Sie Angst vor Schlangen – Richtig/Falsch“ über „Lieben Sie Ihre Eltern – Richtig/Falsch“ bis zu „Auf Parties rede ich gerne mit fremden Menschen – Richtig/Falsch“ reichten. Manche Fragen waren nicht auf Richtig/Falsch aufgebaut, sondern mit Zustimmung/Ablehnung auf einer Skala von 0 bis 5 konzipiert. Außerdem durfte ich noch 26 Matrizen mit bunten Bildern vervollständigen.  Der Sinn dahinter hat sich mir bis zum Ende nicht erschlossen. Ich habe halbherzig nachgefragt, was das denn für Tests gewesen seien, und der Psychologe erklärte mir, es handle sich um standardisierte Persönlichkeitstest, das mache man so. Aha. Mir war wenig daran gelegen, allzu kritisch nachzuhaken, weil ich den Psychologen in keiner Form provozieren wollte.

Nach über zwei Stunden Psycho-Geklicke haben wir uns eine gute Viertelstunde über meine Biographie unterhalten. Die Fragen waren ziemlich vorhersehbar und klischeebehaftet: Seit wann ich weiß, dass ich trans* bin, ob ich als Kind typische Jungenspiele bevorzugt habe, ob meine Pubertät schlimm gewesen ist, wie mein Umfeld das Outing aufgenommen hat, usw.

Der Psychologe war sehr freundlich und das war’s auch schon. Jetzt warte ich darauf, dass die Gutachten beim Gericht eingehen und sie anschließend der Generalstaatsanwaltschaft und mir zur Stellungnahme vorgelegt werden. Wer wissen will, wie der ganze Ablauf der VÄ/PÄ ist, kann hier nochmal nachlesen.

10 Kommentare zu „Begutachtungen zur Namensänderung“

      1. Ich find das peinliche, pseudowissenschaftliche Kacke. Meine Zweitgutachterin war eine Supersache. Ich habe bei ihr in nur zwei Sitzungen noch mal ein paar Sachen herausgearbeitet, die ich in meiner Begleittherapie gar nicht angesprochen hatte. Auch wenn das natürlich trotzdem eine Begutachtung war, bewegte sie sich auf Augenhöhe und im Raum gab es nicht mal einen Computer. Es tut mir leid, dass du da durch musstest. Die Unterschiede in Begutachtung und Anträgen scheinen mir deutschlandweit so groß wie das Nildelta breit ist. Ich hoffe, jetzt hast du einfach Ruhe und alles geht schnell in den richtigen Bahnen weiter. Daumen sind gedrückt!

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