Mastektomie: 2 Wochen Pre-OP

Schwupps, die Zeit rennt.

Formalien

Es ist nichts passiert in den letzten 14 Tagen: Mein Antrag auf Kostenübernahme ist immer noch in Bearbeitung und es fällt mir mit jedem Tag schwerer, die Füße still zu halten. Die Patient*innenverfügung steht nach wie vor auf der To-Do-Liste. Nächste Woche gehe ich zu meinem Hausarzt, um die Einweisung ausstellen zu lassen.

Vorbereitungen

Gesundheit im Allgemeinen

Ich bin fit. Das bleibt hoffentlich auch so, ich suche Abstand zu schupfenverseuchten Mitmenschen. Außerdem sportel ich ein bisschen vor mich hin und jogge durch die Gegend. Ansonsten rätsle ich ungefähr drei mal am Tag, ob ich jetzt mal ganz dringend irgendetwas machen sollte – nur was? Haha.

Rauchen

Heute ist Tag 13 rauchfrei! Es wird leichter.

Gefühlslage

Genau wie bei der physischen Vorbereitung frage ich mich mehrmals täglich, was ich wohl alles noch bedenken, erwarten, befürchten, meinen, tun sollte. Ich fühle mich auch ganz schön orientierungslos, denn ich finde wenig Einblicke, was andere Trans*Männer vor ihrer Mastektomie so durchlaufen und durchdenken:

Auf offline-Erfahrungen kann ich nur wenig zurückgreifen, weil ich in meiner lokalen Trans*Gruppe irgendwie nicht genug Wellenlänge mit den anderen finde. Online finde ich 1. viel zu praktischen OP-Vorbereitungen à la „nimm einen Bademantel mit in Krankenhaus“, gepaart mit unbändiger Euphorie und Vorfreude. 2. wird wenig darüber gesprochen, was jenseits der Optik Sorgen bereitet und wie mit diesen Sorgen umgegangen wird. Damit meine ich also weniger konkrete Fragen zu Ablauf, Risiken, Erfahrungen und Ergebnissen, sondern eher den „inneren“ Vorbereitungsprozess. 3. gibt es erstaunlich viele Trans*Männer, die von depressiven Schüben post-OP berichten. Die Rechnung, die dabei immer wieder aufgestellt wird, ist Unterschätzung im Vorhinein ergo Überforderung im Nachhinein.

Je näher der geplante OP-Termin rückt, desto mehr schwanke ich in der Herangehensweise: Entweder gehe ich von einer rundum vergeigten OP mit Komplikationen und schlechter Heilung aus – oder ich bin im anderen Extremum unterwegs und schmiede Pläne für direkt nach der OP. Das ist beides nur so semi-gut, aber der realistisch-optimistische Mittelweg ist momentan echt nicht meine Stärke.

Ich bin ganz froh, diese Woche und auch nächste Woche viel um die Ohren zu haben. Lieber rotiere ich durch den Alltag, als mir noch mehr den Kopf zu zerbrechen. Und Alltag ist ja sowieso mein Lieblingsheilmittel für alles.

4 Kommentare zu „Mastektomie: 2 Wochen Pre-OP“

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