Mastektomie: 3 Wochen Post-OP

Gestern Nacht konnte ich zum ersten Mal vorsichtig auf der Seite schlafen und heute geht’s zurück in die eigenen vier Wände. Ich freue mich schon auf den Alltag!

Körper

Die Narben und Nippel heilen auch in der dritten Woche nach Plan. Keine Infektionen, keine auffälligen Schwellungen, keine eingewachsenen Fäden. Die gesamte Brustkorbregion ist empfindlich wie einziger, großer blauer Fleck, der nicht blau ist und ein paar taube Stellen hat. Der Übergang zwischen taub und empfindsam ist jedoch noch sehr diffus (auch weil an manchen Punkten die Haut taub ist, während die Muskel darunter Berührung registrieren), sodass ich noch gar nicht richtig weiß, wo ich was spüren kann. Die Brustwarzen und das Areal unmittelbar drumherum sind völlig taub. Sie verlieren jeden Tag ein bisschen Schorf und werden rosiger. Insgesamt schwinden die Wehwehchen: ich fühle mich jeden Tag ein bisschen fitter, ich kann Auto fahren und leichte Hausarbeit geht auch wieder.

Kopf

Größtenteils bin ich mit „sekundären“ OP-Konsequenzen beschäftigt: Die Gedanken drehen sich um Heilung, Schonung und Einschränkungen. Es geht eher weniger um die totale Befreiung und Erleichterung. Das kommt wohl erst, wenn ich nicht mehr immer-und-überall besonders aufpassen muss, wie ich mich bewege. Bisher ahne ich nur, wie super das wird!

In gewisser Art fühle ich mich auch unfair vom Schicksal behandelt, weil ich gar keine Lust habe, so viel Zeit, Energie und Gesundheit in die OP investieren zu müssen, während andere Typen einen flachen Oberkörper haben. Einfach so. Der häufigste Satz der anderen Trans*Männer im Krankenhaus war ein perplex-euphorisches „Warum nicht gleich so?!“.

Der April geht als anstrengendster Monat des Jahres 2017 in die Annalen – wie gut, denn der Rest des Jahres kann jetzt nur noch besser werden.

2 Kommentare zu „Mastektomie: 3 Wochen Post-OP“

  1. Der zweite Absatz zu Kopf: ohhhh ja. Dieses keine Lust haben, so viel Zeit in Heilung zu investieren und das Genervtsein von Einschränkungen. Aber du hast es erraten, es wird jede Woche weniger. Ich bin diese Woche 6 Monate mit Hahnenbrust unterwegs. So langsam fühle ich mich wieder relativ normal, aber spüren tu ich das alles immer noch. Trotzdem: T-Shirts! Einfach so! YAY!

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  2. Tut immer wieder gut zu hören, dass es anderen ähnlich geht. Irgendwie ist es auch erleichternd, dass Heilung nicht innerhalb von ein paar Tagen und Wochen sondern vielmehr Monaten passiert. Und jaa T-Shirts, olé!!

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